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Familiennachrichten vom September 1920 als pdf Download: September_1920
Nachrichten der Familie von der Grün.
No. 1 1. September 1920. Z u m A n f a n g !
Die „Nachrichten“, deren 1. Nummer hiermit an die Geschlechtsangehörigen hinausgeht, wollen den Familiensinn innerhalb unserer Familie wecken und fördern. Die lange und reiche Geschichte unseres Geschlechtes, deren Erforschung ich mir zur Aufgabe gestellt habe, soll lebendig werden und auf ihrem Grunde ein Gefühl der Zusammengehörigkeit unter allen jetzt lebenden Familiengliedern erstehen. Die „Nachrichten“, welche ungefähr alle Vierteljahre erscheinen sollen, bringen kurze Mitteilungen aus der Familiengeschichte, (Ausführliche Darstellung ist nur in Form eines Buches möglich!) verfolgen aber auch das Ziel, die gegenwärtig lebenden von der G r ü n einander näher zu bringen und ihnen einen Überblick über den jetzigen Stand des Geschlechts zu geben. Die heutige Nummer bringt etwas über den Ursprung der Familie und über das Wappen, die nächste ein Verzeichnis aller zur Zeit lebenden Familien und selbständigen einzelnen von der Grüns. (Bitte Geburtsdatum, Beruf, Wohnung, wenn verheiratet, auch Namen und Geburtsdatum der Kinder, soweit noch nicht geschehen, baldigst einzusenden!). Desgleichen werden alle Geburten, Eheschließungen und Todesfälle innerhalb des Gesamtgeschlechtes fortlaufend in den Nachrichten veröffentlicht. (Alle diesbezüglichen Fälle von 1920 können mir sofort mitgeteilt werden, von jetzt ab eintretende, jeweils nach Eintritt!). Ich hoffe, daß mein Unternehmen von jedem nicht nur begrüßt, sondern durch angemessene Beiträge (Postscheckkonto München 22862) auch unterstützt wird. München, Clemensstr. 32, den 27. August 1920. Gg. v.d. G r ü n .
Überblick über Ursprung und Entwicklung der Familie. In einer Schenkungsurkunde der Vögte von Weida (Vogtland) vom 21. Juli 1296 wird als Zeuge unter anderen Rittern und Herren auch ein Johann von der G r ü n genannt. Damit tritt unser Geschlecht urkundlich zum erstenmal auf. Der Stammsitz dieses ersten v.d.Grün war sehr wahrscheinlich das Dörfchen Hadermannsgrün in der Gegend von Hof in Oberfranken. Ein 1318 vorkommender Konrad von der Grün hatte 3 Söhne, von denen sich einer (nach seinem neuen Wohnsitz) v.Reitzenstein und einer v. Wildenstein nannte. Von diesen beiden stammen die heutigen Freiherrn v. Reitzenstein und die 1828 ausgestorbenen v. Wildenstein ab. Der dritte Sohn - Wolfram - behielt den Namen v. d. Grün. Sein Stamm breitete sich im Laufe der folgenden Jahrhunderte vor allem im nordöstlichen Oberfranken (Hof, Naila, Neuhaus bei Selbitz) aus, und verzweigte sich auch nach Sachsen, erlosch aber um 1600. Ein anderer Zweig der Familie siedelte sich mit Friedrich von der Grün um 1414 an der Fichtenohe, einem kleinen Bächlein bei Pegnitz an und betrieb da einen Eisenhammer (damals Vorrecht der Adeligen). Der Enkel des Hammermeisters Friedrich, der 1509 gestorbene Peter von der Grün, hinterließ 7 Söhne. Georg, der mittlere unter ihnen wurde der Stammvater eines in der Oberpfalz reich begüterten und angesehenen Zweiges, dessen letzte Sprößlinge jedoch im 30jährigen Krieg untergingen. Die Urgeschichte, sowie die Nachkommen des Wolfram und des Georg hat Hermann Frhr. von Reitzenstein in der 1891 gedruckten (aber nicht im Buchhandel erschienenen) Geschichte seiner Familie, deren Ursprung auf die unserige zurückgeht, ziemlich ausführlich behandelt. Über diese Zweige findet sich besonders in den Archiven von Amberg, Bamberg und München viel Material. Bedeutend schwieriger ist die weitere Verfolgung der Nachkommen der übrigen Söhne des Peter. Der älteste davon, Sigmund, war 1530 Bürgermeister in Bayreuth, der nächste, Christoph, erwarb den Hammer zu Unterleubs (ebenfalls an der Fichtenohe gelegen). Von die- sen beiden, besonders vom letzteren stammen mit größter Wahrscheinlichkeit die jetzt noch lebenden von der Grün ab. Das Wappen.
Unser Wappen zeigt einen roten Schild mit silbernem Schrägbalken, auf dem Helm einen doppelten roten Flug (= Adlerflügel) gleichfalls mit je einer silbernen Schrägbinde. Gute Darstellungen desselben sind aber in unserer Familie noch viel zu wenig verbreitet. Manche von der Grün besitzen allerdings ein von einem sogenannten Wappenbüro hergestelltes Wappen, meist in stilwidriger, unheraldischer Ausführung und oft mit lächerlichen Phrasen über die Bedeutung des Wappens oder mit unwahren Angaben über die Herkunft des Geschlechtes versehen. Es ist daher eine wichtige Aufgabe, in jede von der Grünsche Familie eine gute Darstellung des Familienwappens zu bringen, die unter Glas und Rahmen gebracht, einen Ehrenplatz in der Wohnung einnehmen soll. In der nächsten Zeit lasse ich herstellen und bitte um Bestellungen: a.) eine farbige Kopie (handgemalt) des Wappens aus dem berühmten Wappenbuche des Ritters Konrad Grünenberg 1483, zusammen mit 3 anderen auf der gleichen Seite des Buches dargestellten Wappen in der Blattgröße von 25 : 35 cm. Preis etwa 30.- M. b.) Eine Vergrößerung des kleinen Wappens auf dem Kupferstich „Sab. Barb. v. Rabenstein, geb. v.d.Grün“.(Stil: Ende des 17. Jahrhunderts, Format 25 : 25 cm) Preis in schwarz 20.- M, in farbig 25.- M c.) Wegen einer modernen Stilisierung des Wappens, die dann als Wandbild, Siegelring u.s.w. verwendet werden kann, stehe ich eben in Verhandlung. Näheres später. Alle diese Darstellungen eignen sich vorzüglich für Geschenke, besonders an Neuvermählte. Ebenso der genannte Kupferstich, von dem noch einige Exemplare à 20.- M zu haben sind. Jedem Wappen wird eine ausführliche Erläuterung beigegeben. Kleine Mitteilungen :
Die Familiengeschichtskasse hat durch den Osteraufruf einige namhafte Spenden von 50 M, 30 M, 20 M, sowie einige kleinere erhalten; doch war die Zahl der tauben Ohren und der zugeknöpften Geldbeutel leider weit größer als ich fürchtete. Ein paar Zigarren im Monat weniger, (besonders Ihr jungen ledigen Herren!) und eine kleine Gelegenheitsspende am Geburts- oder Namens- oder an einem sonstigen „guten“ Tag - dieses Opfer sollte man schon bringen ! Ich habe jetzt ein eigenes Postscheckkonto und vorgedruckte Zahlkarten, so daß das umständliche Anhängen von Pfennigbeträgen wegfällt. Im Weltkriege sind 5 v.d.Grün gefallen: Matthias (Nürnberg), Joseph (Thurndorf), Georg (Röthenbach), Heinrich (Lauf) und Josef (Nandlstadt). Ihr Andenken soll durch kurze Lebensbeschreibungen in einer der nächsten „Nachrichten“ geehrt werden. Von den 3 Letztgenannten fehlen aber noch die erbetenen Unterlagen. Werden und Vergehen.
Geboren : 24. II. 1920 Gertraud, 1. Kind des Kaufmanns Hans v.d.Grün in Heidenheim a.d.Brenz Gestorben: 21.V. 1920 Christoph v.d.Grün, Lagermeister, Nürnberg, Zweigstr. 6/III, 70 Jh. 25. V. 1920 Marie v.d.Grün, geb. Frank, Bäckermeistersgattin, München, Baaderstr. 67, 85 Jahre. Seite 2 der No. 1 vom 1. September 1920
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