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Familiennachricht mit einem Aufruf zur Pflege der Familiengeschichte, Ostern
1920 als pdf Download: Aufruf zur Pflege der Familiengeschichte Ostern 1920
Aufruf zur Pflege der Familiengeschichte Ostern 1920 ( Aufbewahren )
Als ich während meiner Studienzeit immer wieder gefragt wurde, wo meine Familie herstamme, ob wir Holländer seien, wo wir unser Wappen, unsern Adelsbrief, unsern Stammbaum hätten u.s.w. und ich auf all diese Fragen keine Antwort geben konnte, da fühlte ich recht lebhaft, dass es eigentlich beschämend sei, von der Vergangenheit seiner eigenen Familie gar nichts bestimmtes zu wissen; und ich fasste den Entschluss, sofort nach Beendigung meiner Studienzeit mit der Erforschung unserer Familiengeschichte zu beginnen. Gleich in meinen ersten Ferien als Lehrer nahm ich die Arbeit auf und stellte aus den Pfarrbüchern von T h u r n d o r f (der Heimat meines Vaters) eine Namenstafel meiner nächsten Vorfahren zusammen. Dann bearbeitete ich in gleicher Weise die Pfarrmatrikeln von Troschenreuth, Michelfeld, Creussen, Lindenhardt, Bayreuth, Weidenberg und anderen Orten, wo eben v o n d e r G r ü n irgend wann einmal aufgetreten sind. Später saß ich dann viele Wochen im Kreisarchiv Bamberg, um die Lehens- und Ritterakten aus der Zeit vor dem 30-jährigen Krieg zu studieren, wo unsere Familie eine ziemliche Rolle gespielt hat. Während meines Hochschulstudiums in München 1912 – 1914 widmete ich wiederum einen großen Teil der Familiengeschichte und benützte namentlich alle gedruckten Quellen der Staatsbibliothek. Daneben führte ich fortgesetzt einen ausgedehnten Briefwechsel mit auswärtigen Bibliotheken, Archiven und historischen Vereinen. So gewann ich im Laufe der Zeit eine gewaltige Fülle von Material. Mit dürftigen Notizen in einem Schulheft begann ich 1909 und heute besteht meine Stoffsammlung aus Tausenden von großen und kleinen Blättern, die nach den verschiedenen Linien der Familie und nach einzelnen Personen geordnet sind und nur dem, der sie eingesehen hat, eine richtige Vorstellung von der Reichhaltigkeit unserer Stammesgeschichte, aber auch von der Unsumme der Arbeit vermittelt. Es gäbe wohl kein besseres Mittel jeden v o n d e r G r ü n für seine Familiengeschichte zu interessieren, als wenn ich ihm dieses Material zeigen könnte! Meine ganze Arbeit aber bleibt für die Gesamtheit der Familie fruchtlos, wenn es nicht gelingt, daraus ein Buch zu schaffen, das - mit Abbildungen von ehemaligen Besitzungen, von Grabmälern, Turnierbildern, Wappen und Siegeln u.s.w. geschmückt – den gegenwärtig lebenden und den kommenden v o n d e r G r ü n die beste Kunde von der mehr als sechs Jahrhunderte umfassenden Vergangenheit ihres Geschlechts geben und ein Familienbuch werden soll, auf das jeder stolz sein kann. Die wissenschaftliche Vorarbeit hierfür ist – wenigstens zum größten Teil – von mir getan. Ob die Ergebnisse verloren gehen oder der Gesamtheit nützen sollen, hängt davon ab, ob das nötige Geld für die Herstellung des Buches zusammenkommt. Vor dem Kriege wären für 300 Bücher ca. 2000 M an Druckkosten nötig gewesen. Heute ließe sich auch um das Zehnfache nichts Gleichwertiges herstellen. Es heißt also „bessere Zeiten“ abwarten, aber unterdessen fleißig sammeln; denn gerade jetzt rollt das ... Leider fehlt ein Teil des Textes ...M ü n c h e n ein Konto „Familiengeschichtskasse v o n d e r G r ü n“ an und mehrere Familienmitglieder zahlen regelmäßige Beiträge dazu. D a s m ü ß t e a b e r v o n a l l e n g e s c h e h e n. Jeder sollte monatlich oder vierteljährlich je nach seinen Verhältnissen etwas geben. Um den Einzahlern auch vor Erscheinung des Buches – das immerhin noch mehrere Jahre auf sich warten lassen wird – schon etwas zu bieten und das Interesse an der Familiengeschichte wach zu erhalten, will ich von Zeit zu Zeit über die Ergebnisse meiner Forschungen kurz berichten (in Rundschreiben, Bildern von Turnieren, Grabsteinen, Wappen, Siegeln u.s.w. zur Ansicht zirkulieren lassen, auch ein Verzeichnis aller jetzt lebenden volljährigen v o n d e r G r ü n nach dem Stande vom 1. Jan. 1920 an alle hinausgeben. (Ich bitte Adressen und Namen mit Geburtsdatum an mich einzusenden !). Schließe sich also niemand aus ! Alles kommt darauf an, ob die v o n d e r G r ü n auch jetzt noch weiterschlafen wollen oder endlich einmal aufwachen.
München, Ostern 1920 Georg v o n d e r G r ü n , Lehrer München, Clemensstrasse 32 / 0 Postscheckkonto 22862
Bemerkungen :
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