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Familiennachrichten vom Oktober 1926
von Georg von der Grün

als pdf Download: Oktober_1926

 

Familienfoto vom Oktober 1926

N a c h r i c h t e n

 

des Geschlechtes  v o n  d e r  G r ü n .

 

No. 9                                                                                                                       20. Oktober 1926

 

Bericht über den 1. Allgemeinen Familientag 1926.

 

Unser erster allgemeiner Familientag, auf Sonntag den 1. August 1926 nach Pegnitz einberufen, war von folgenden Geschlechtsgenossen besucht :

Josef aus Michelfeld mit Neffe Johann; Paul aus Lauf mit Enkelkindern Gunda und Anna; Johann aus Preußling mit Sohn Johann; Johann aus München (Hirschbergstrasse 24) mit seinen beiden Söhnen Hans und Heinrich (beide Musiker bei der Reichswehr in Landshut); Franz aus Ansbach mit Sohn Anton; Heinrich aus Nürnberg mit Tochter Elsa und Nichte Marie; Fritz aus Ottensoos; Ludwig aus Hersbruck mit Frau Sophie und Söhnen Hans und Otto; Hans aus Lauf mit Frau Anna und Kindern Kurt und Betty; Georg aus München ; Andreas aus Nürnberg; Ludwig aus Weiden; Sibylla aus Troschenreuth mit Bruder Georg aus Neuzirkendorf; Wilhelm aus Fürth mit Frau Babette und Tochter Julie; im ganzen 32 von der Grün.

Der älteste Teilnehmer, Vetter Josef aus Michelfeld, zählte 71 Jahre; die jüngste Teilnehmerin war die viereinhalbjährige  Julie aus Fürth.

Die Münchener und Landshuter Teilnehmer waren schon tags vorher angekommen. Alle übrigen trafen erst am Sonntag Vormittag in Pegnitz ein und benützten die erste Zeit zu einem kleinen Rundgang durch die Stadt und zum Besuch der Pegnitzquelle. Um 11 Uhr wurde die Tagung mit einem herzlichen Willkommgruß des Einberufers eröffnet. Das Lokal, ein Nebenzimmer des Gasthauses zur Post in der Altstadt, war dicht besetzt. Zunächst wurde anhand des 1921 in den Nachrichten veröffentlichten Verzeichnisses aller von der Grün der derzeitige Stand des Gesamtgeschlechtes und die Vertretung auf dem Familientage festgestellt. Alle Anwesenden trugen sich in eine Liste ein, die dem für das Familienarchiv bestimmten ausführlichen Protokoll der Tagung beigefügt wird. Eine Anzahl Vettern und Basen, die am Erscheinen verhindert waren, hatten Grüße gesandt, darunter auch unser hochbetagter Familiensenior. Dann gab Vetter Franz einen Überblick über die Familienkassen und gab Gelegenheit zur Einsicht in die Belege.

Unterdessen war die zwölfte Stunde herangerückt und das gemeinsame Mittagessen bildete den Abschluß des geschäftlichen Teiles.

Nach Tisch nahm der Einberufer das Wort zu einem Vortrag: „Das Pegnitzer Gebiet als zweite Heimat der von der Grün“, worin er die ganze Entwicklung unseres Geschlechtes aufrollte und besonders darlegte, wie sich vom nahen Scharthammer aus unsere Sippe in der ganzen engeren und weiteren Umgebung verzweigte und aus den Orten Thurndorf, Lindenhardt und Schwürz alle zur Zeit lebenden von der Grün abstammen. Der Vortrag war veranschaulicht durch eine große Anzahl von Bildern, Siegeln, Wappen und Urkunden, welche bei allen Teilnehmern reges Interesse für die Familiengeschichte wachriefen.

Der weitere kräftige Ausbau der Familiengeschichte und unserer beiden Kassen (Familiengeschichtskasse und Familienstiftung) wurde allseitig gutgeheißen und empfohlen. Dank der Opferfreudigkeit der Teilnehmer konnte der Schatzmeister an Spenden und als Erlös für Wappen und Postkarten ein nettes Sümmchen vereinnahmen.

Nachmittags wurden sämtliche Besucher des Familientages – dazu noch Fräulein Hammerand mit Nichte und Neffe und Herr Wild, sämtliche in Pegnitz und mütterlicherseits Abkömmlinge der Lindenhardter von der Grün – gemeinsam photographiert.

Hierauf besuchten einige Vettern das Pegnitzer Festspiel; der größere Teil der Besucher aber unternahm mit einem Lastkraftwagen eine gemeinsame Fahrt zu dem 5 km entfernten Scharthammer, der reizvoll in dem stillen, wald- und wiesenreichen Tale der Fichtenohe liegt. Wohl jeder von der Grün wird beim Rundgang durch die jetzt zur Mühle gewordenen Eisenhammeranlage, auf der vor einem halben Jahrtausend unsere Ahnen geschafft haben, einen heiligen Schauer in sich gefühlt haben. Aus der alten Hammerzeit sind noch ganze Hügel von Eisenschlacken übriggeblieben. Jeder der Teilnehmer nahm sich ein Stück davon als Andenken mit nach Hause. Einige bescheidene Amateuraufnahmen werden die Erinnerung an diesen Besuch für spätere Zeiten im Bilde festhalten.

Bald nach der Rückkehr in das Gasthaus zur Post schlug für die meisten Vettern bereits die Abschiedsstunde. Man trennte sich unter den herzlichsten Wünschen auf gesundes und frohes Wiedersehen  beim nächsten Familientage, der in 2 Jahren stattfinden soll.

Unser erster Familientag wird allen Teilnehmern eine liebe Erinnerung bleiben; er soll den Anfang bilden zu persönlicher Fühlungnahme zwischen den Geschlechtsgenossen, zur Festigung unseres Familiensinnes und damit beitragen zum Gedeihen unseres Geschlechtes. Allen, die das Opfer des Besuches gebracht haben, gebührt Anerkennung und Dank, besonders unsern beiden jungen Vettern Hans und Heinrich von der Landshuter Reichswehrmusik, die durch ihre gediegenen Violin- und Zithervorträge wesentlich zur Verschönerung des Familientages beitrugen.

Die Ferngebliebenen aber wollen durch einen außerordentlichen Beitrag in die Familiengeschichts-

kasse ihr Interesse an der Sache und ihren Opfersinn beweisen !

 

Bilder vom Familientag.

Die große Gruppenaufnahme mit 36 Personen im Format 18 x 24 cm wird in einem hübschen Umschlag mit einem Orientierungsverzeichnis der dargestellten Personen für 2,50 M portofrei geliefert.

 

An kleinen Bildchen (Amateuraufnahmen im Format 6 x 9 cm) sind zu haben:

1.            Unsere Jugend auf dem Familientag;

2.            Abfahrt des Lastautos von Pegnitz;

3.            Am Wasserfall der Fichtenohe;

4.            Unsere Jugend und der Scharthammer – Pfau;

5.            Gesamtaufnahme der Teilnehmer vor dem Scharthammer;

6.            Abfahrt vom Scharthammer.

Einzelpreis des Bildchens 20 Pfg., alle 6 Stück zusammen 1 Mk.

 

Bestellungen durch Postkarte an mich. Bezahlung auf Postscheckkonto Nürnberg No. 18 093 unseres Schatzmeisters Franz von der Grün in Ansbach.

 

Gestorben ist Karl von der Grün, Schneidermeister in Röthenbach bei Lauf, 42 Jahre alt, am 17. August 1926 im Krankenhaus zu Nürnberg.

Josef von der Grün, früher in Hofhegnenberg und Sandizell ist jetzt Inhaber eines photographischen Ateliers in Pötmes (Oberbayern).

Ludwig von der Grün, Postkraftwagenführer in Hersbruck , wurde ab 1. Oktober 1926 nachÖttingen versetzt.

 

 

Herausgeber : Georg von der Grün     München, Clemensstraße 32

 

 

 

Seite 2 von No. 9 vom 20. Oktober 1926