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Familiennachrichten vom Oktober 1925 als pdf Download: Oktober_1925 Nachrichtendes Geschlechts v o n d e r G r ü n .
No. 7 1. Oktober 1925
Unser Wappen.
Der mittelalterliche Ritter trug als Bestandteil seiner eisernen Wehr einen allseitig geschlos-senen Helm, der das Gesicht völlig bedeckte und nur einen schmalen Schlitz für die Au-gen frei ließ. Um kenntlich zu sein, brachte er auf seinem Schilde, den er am linken Arm vor den Oberkörper hielt, ein leicht erkennbares, weithin sichtbares Zeichen an, z.B. einen Löwen, einen Adler, ein Kreuz oder eine andere Figur. Dieses Schildzeichen war sein persönliches Erkennungs-merkmal; es wurde auch von seinen Söhnen weitergeführt. Auf dem Helm trug der Ritter, besonders beim Turnier , eine sogen. Helmzier, meist 2 Büffelhörner, 2 Adlerflügel und dergleichen. Sehr häufig finden Motive aus dem Schildbilde in der Helmzier Verwendung. Zwischen dem Helme und der aufgesetzten Helmzier flatterte die buntfärbige Helmdecke. Das ist die Entstehung und der ursprüngliche Sinn der Wappen. Aus dieser Zeit stammt die Redensart: „Etwas im Schilde führen.“ Jedes Wappen hat also 3 wesentliche Teile: Schild, Helmzier und Helmdecken. Der Schild ist die Hauptsache. Diese Teile sind bei jedem Wappen gleich; das Unterscheidende und für jedes Geschlecht Besondere liegt in der Verschiedenheit der auf dem Schilde und der Helmzier verwendeten Figuren und deren Farben. Die Wappen dienten schon bald nach ihrem Aufkommen (12. Jahrhundert) noch einem anderen Zwecke; sie wurden als Siegel (Petschaft) bei Ausfertigung von Urkunden verwendet. Hier waren sie, da die Ritter durchwegs des Schreibens unkundig waren, an Stelle der Unterschrift das Zeichen der Richtigkeit und Anerkennung der Urkunde. Dies bildet sogar die hauptsächlichste Verwendung der Wappen, seitdem nach Aufhören der Kreuzzüge und mit Erfindung des Schießpulvers die romantische Zeit des Rittertums zu Ende war. Der Adel wurde in der Folge durch sogen. Adelsbriefe vom Kaiser und später auch von den Reichsfürsten verliehen. Außerdem erhielten zahlreiche Bürgerliche das Recht, ein Wappen zu führen. Der Wappen wurden es so immer mehr und es war nicht leicht, ein neu verliehenes Wappen so zu gestalten, daß es sich von den bereits vorhandenen unterschied. Die neueren Wappen sind daher gar oft überladen und unschön; die ältesten Wappen sind die einfachsten und zweifellos heraldisch die schönsten. Bei den alten Geschlechtern weist die Gleichheit des Wappens immer auf eine gemeinsame Abkunft hin. So führen die vogtländischen Uradelsgeschlechter Sack, v.Berg, v.Sparrenberg, v.Töpen, v.d.Grün, Frhrn. v.Reitzenstein und v.Wildenstein das nämliche Wappen. Im Laufe der Jahrhunderte ist es allerdings vorgekommen, daß das Wappen eines Geschlechts in Unkenntnis dieser Tatsache auch von einem anderen, gar nicht verwandten Geschlecht angenommen worden ist. Ein in dieser Hinsicht für uns sehr interessanter Fall ereignete sich im Jahre 1768. Da wurden dem Oberamtsrat und Bürgermeister Karl Christoph Besser in Lübben (Niederlausitz) unter gleichzeitiger Erhebung in den Adelsstand das Wappen seines Urgroßvaters mütterlicherseits, des 1602 zu Kulmbach gestorbenen markgräflichen Sekretärs Peter v.d.Grün verliehen in dem guten Glauben, das Geschlecht der von der Grün sei erloschen. Seitdem führt die bes. in Preußen zahlreich blühende adelige Familie v. Besser unser Wappen. Das Aussehen unseres Wappens ist wohl jedem Stammesgenossen bekannt: Es zeigt in einem roten Schilde einen silbernen Schrägrechtsbalken und als Helmzier 2 rote Adlerflügel, mit silbernen Schrägbinden belegt. Die Helmdecken sind rot = silbern. Die künstlerische Darstellung ein und desselben Wappens wechselte mit dem Stil der Zeit. Es kann der Schild spitz, abgerundet, geschweift sein; als Helm kann der geschlossene Stechhelm oder (wie umstehend) der offene Turnier- oder Spangenhelm Verwendung finden. In neuerer Zeit mehren sich wieder die sogen. Wappenbüros, welche auf Bestellung für jeden Namen ein Wappen liefern und mit schwülstigen Sprüchen über die hohe Herkunft der Familie würzen. Wappen und Angaben sind meistens unrichtig und frecher Schwindel. x x x Familiengeschichtskasse und Familienstiftung im Jahr 1924. Auf unseren 3 Zusammenkünften wurde bekanntlich beschlossen, jeder v.d.Grün möge diese beiden Kassen nach seinen finanziellen Kräften bedenken. Als Richtlinie wurde pro Monat 1 M aufgestellt. Leider haben eine große Anzahl Vettern auf die Einzahlung der Beiträge vergessen. Sie werden das gewiß bald nachholen! Spenden im Jahre 1924: (die erste Zahl bedeutet Geschichtskasse, die zweite Stiftung) Johann, München, Baaderstr. 3 M +0, Andreas, Nürnberg 10 M + 0, Katharina, Freiburg 0 + 5 M, Franz, Ansbach 5 M + 0, Johann, Würnsreuth 1 M + =, Max, Steinpleis 1 M + 0, Johann, Preussling 8 M + 4 M, Johann, Nandlstadt 1 + 0, Georg, München , 7 M + 20 M, Ludwig, Weiden 5 M + 0, Max, München 1 + 0, Johann, München Heimeranstr. 1 + 0, Josef, Thierolsreuth 2 + 0, Josef, Thurndorf 2 + 0, Sybilla, Tirschenreuth 2 + 0, Josef, Michelsfeld 1 + 0. Hiezu der aus der Inflationszeit gerettete Rest der alten Familiengeschichtskasse von 12 M, Einnahmen für Wappen 20,60 M, Überschuß der Nürnberger Zusammenkunft 2 M, zusammen 83,60 M. Hiervon wurden für Postscheckformulare 5,75 M ausgegeben, sodass am 31. Dez. 1924 als Bestand verbleiben: Familiengeschichtskasse 77,85 M Familienstiftung 29,00 M Dieses „Vermögen“ wurde in Goldpfandbriefen und bei der Sparkasse Ansbach angelegt. Sorge jeder für seine Mehrung! Seite 2 der No. 7 vom 1.10.1925 x x x Das umstehende kleine Wappen (als Bucheigentumszeichen geeignet) ist zum Preise von 1 M für je 5 Stück zu haben; unser Wappen in größerer farbiger Ausführung zum Einrahmen zum Preise von 5 M an. Der Erlös fließt ungeschmälert in die Geschichtskasse. x x x Werden und Vergehen. Bitte Anzeigen von Geburten, Trauungen und Todesfällen mit genauer Angabe von Datum und Namen einsenden!
Herausgeber: Georg v. d. Grün, München, Clemensstrasse 12. Seite 3 der No. 7 vom 1. Oktober 1925 |
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