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Familiennachrichten vom Juli 1924 als pdf Download: Juli_1924 N a c h r i c h t e n d er F a m i l i e v o n d e r G r ü n
No. 5 10. Juli 1924 Die Entstehung und Bedeutung unseres Familiennamens. Eine Örtlichkeit, die durch Ausroden von Wald für die Ansiedlung von Menschen gewonnen worden ist, heißt im allgemeinen Reut oder Gereuth (von roden, reuten). Die Namen zahlreicher Orte führen reuth als Endsilbe und verkünden damit die Art ihrer Entstehung. Im Vogtlande, dem heutigen nordöstlichen Oberfranken und seinem sächsischen Nachbargebiet, das die Urheimat unseres Geschlechtes ist, wurden solche ausgerodete, mit Gras bewachsene und inmitten des dunklen ursprünglichen Waldes gelegene Flächen mit dem Worte „die Gruna“ bezeichnet, aus dem später „die Grune“ und zuletzt „die Grün“ entstand. „Die Grün“ ist also die Bezeichnung einer Örtlichkeit, wie die Linde, die Tanne, die Mühle, die Schmiede und ähnliche. Doch ist das Wort nicht mehr im Sprachschatze der heutigen Schriftsprache; es ist außer Gebrauch gekommen. Nur in den vielen Ortsnamen auf Grün im Vogtlande ist das Wort erhalten geblieben. Ein Blick auf die Karte lehrt, daß das Vogtland das Hauptverbreitungsgebiet der Ortsnamen mit Grün ist. Fast durchwegs ist der Endsilbe grün der Name des ersten Ansiedlers vorangestellt, wie Leupoldsgrün (= die Grün des Leupold), Lippertsgrün (= die Grün des Liphart), Rodesgrün (= die Grün des Rodan). Jene Grün, die unserem Geschlechte den Namen gab, ist das heutige Dörfchen Hadermannsgrün bei dem Pfarrdorfe Berg in der Gegend von Hof in Oberfranken. Ihren jetzigen Namen trägt sie erst seit etwa 1500; vorher hieß sie schlechtweg „die Grune“ oder zur Unterscheidung von den anderen zahlreichen Grün „die Grune unter dem Berg“, d. h. unterhalb des Dorfes Berg. Von den Ortsbezeichnungen Linde, Tanne, Mühle, Schmiede u.s.w. bildeten sich Familiennamen, indem sie mit dem Vornamen eines dort ansässigen Ansiedlers durch die Wörtchen „von der“ verbunden wurden. So nannte man einen Hans, der an einer Linde wohnte, den Hans von der Lind; ein bekanntes Adelsgeschlecht, dessen Burg im Spessart bei einer großen Tanne stand, heißt von der Tann. Ebenso entstanden von der Mühlen, von der Schmitt und die vielen anderen Namen mit „von der“. Das e am Ende hat sich im Sprachgebrauch der Jahrhunderte abgeschliffen. So entstand auch unser Familiennamen. Ein Angehöriger des seit 1282 im Vogtlande beurkundeten Edelgeschlechtes der Sack, mit dem Schrägbalken im Wappenschilde, der den Namen Conrad trug, legte sich nach der Ortschaft „Grune“, wo er sich ansässig gemacht hatte, einen selbständigen Namen bei und begegnet uns 1318 in den Urkunden als unser Stammvater: „Cunrat von der Grune“. Aus der Erkenntnis von der Entstehung und Bedeutung unseres Namens ergeben sich zwei Folgerungen: 1. Die Schreibung „Vondergrün“, die man einmal einzelnen unserer Vettern aufzwingen wollte, ist ein sprachlicher und geschichtlicher Unsinn. 2. Bei der Aussprache des Namens darf die Betonung nicht auf das inhaltslose Verbindungswörtchen „von“ gelegt werden, sondern auf das die Sachvorstellung enthaltende „Grün“. Also nicht „von der Grün, sondern „von der Grün“ ! Zusammenkünfte der von der Grün. Seit vielen Jahren arbeite ich an der Erforschung der Geschichte unserer Familie. Die reichen Ergebnisse meiner Mühe sollen aber nicht ewig in meiner Schublade schlummern; sie müssen allen Geschlechtsgenossen zur Kenntnis gebracht werden. Aus unserer Familiengeschichte läßt sich sehr viel für die Zukunft lernen. Ich werde daher an drei verschiedenen Orten Zusammenkünfte abhalten, bei denen ein Vortrag über die Familiengeschichte gehalten wird und viele interessante Bilder, Wappen, Siegel u.s.w. vorgezeigt werden. Anschließend ist zwanglose Aussprache und gemütliches Beisammensein. Es ist auch Gelegenheit gegeben, Bilder und Wappen käuflich zu erwerben. Die Zusammenkünfte finden statt 1. in München am Sonntag, den 13. Juli vormittags 10 Uhr im Gesellschaftszimmer No. 1 des Hofbräuhauses für die von der Grün in München, Unterhaching, Nandlstadt, Sandizell, Simbach und Passau; 2. in Nürnberg am Sonntag, den 3. August vormittags 10 Uhr im Klubzimmer des Hotels Deutscher Hof für die Vettern in Nürnberg, Fürth, Röthenbach, Lauf, Ottensoos, Hersbruck, Ansbach, Stadtamhof. 3. in Schnabelwaid am Sonntag, den 10. August mittags 1 Uhr im Ortsgasthause für die Stammesangehörigen in Thurndorf, Thieroltsreuth, Preussling, Bühl, Kirchenthumbach, Michelfeld, Bayreuth, Würnsreuth, Rehau, Schönwald, Weiden. Selbstverständlich ist es jedem freigestellt, sich den Versammlungsort nach seinem Gutdünken zu wählen. Zu allen Veranstaltungen sind alle ohne Unterschied herzlich eingeladen ! Leider werden wohl einige sehr weitab wohnende Stammesgenossen nicht erscheinen können. Für alle aber, die nicht aus triftigen Gründen fernbleiben müssen, ist das Erscheinen Ehrenpflicht ! Besonders gebeten wird möglichst viele Familienangehörige mitzubringen, namentlich die heranwachsende Jugend vom zehnten Jahre ab. Gerade die aufnahmefähigen Jungen sollen da manches hören und sehen, was für sie von Interesse und späterem Werte sein wird. Also vollzählig und bestimmt kommen ! Die Versammlungen finden bei jedem Wetter statt. * * * W e r d e n u n d V e r g e h e n . Getraut: 17.4.1921 Wilhelm von der Grün, Glaser in Fürth, Königsstraße 53/I, mit Barbara Rupprecht aus Fürth. 12.11.1921 Elisabeth von der Grün, Tochter des Paul von der Grün zu Lauf mit Georg Neidiger in Lauf. 28.1.1922 Erhard von der Grün, Werkzeugmacher in Nürnberg, Maiengasse 11, mit Maria Siffel, geb. Löhner. 13.2.1922 Josef von der Grün, Landwirt in Thurndorf mit Maria Schönmann, Landwirtstochter dort. 14.7.1923 Ludwig von der Grün, Lagerhausverwalter in Weiden, Asylstrasse 6, mit Johanna Müller, Tochter des = Oberlokomotivführers Johann Müller in Weiden. Geboren: 22.4.1921 Otto Ludwig, Sohn des Postkraftwagenführers Ludwig von der Grün in Hersbruck 23.2.1922 Julie, Tochter des Wilhelm von der Grün in Fürth, Königstrasse 53/I. 13.5.1922 Adolf, Sohn des Schreinermeisters Adolf von der Grün in Kirchenthumbach. 27.11.1922 Irmgard Maria, Tochter des Lehrers Georg von der Grün in München, Clemensstrasse 32. 20.3.1923 Elisabeth, Tochter des Werkzeugmachers Erhard von der Grün in Nürnberg, Maiengasse 11. 5.12.1923 Johann Thomas, Sohn des Landwirts Josef von der Grün in Thurndorf. 8.4.1924 Siegfried Ludwig Ulrich, Sohn des Lagerhausverwalters Ludwig von der Grün in Weiden. Gestorben: 3.6.1922 Margarete, Ehefrau des Paul von der Grün zu Lauf 11.2.1923 in Pelzingen Margarete, Tochter des Paul von der Grün zu Lauf 17.4.1924 Hans von der Grün, Kaufmann, zuletzt in Heidenheim an der Brenz (Württemberg), der im Dezember 1923 nach New York ausgewandert war, dort infolge eines Unglücksfalles. Wenn irgendwo in unserer Familie der Klapperstorch oder Gevatter Tod eingekehrt ist oder wenn zwei den Bund fürs Leben geschlossen haben, so laßt es mich wissen ! Herausgeber : Georg von der Grün, München, Clemensstraße 32, Postscheckkonto München 22862.
Seite 2 der No. 5 vom 10.Juli1924 |
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