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Familiennachricht zur Entstehung des Namens von der Grün
von Georg von der Grün (undatiert)

als pdf Download: Entstehung des Namens

 

Die Entstehung und Bedeutung unseres Familiennamens.                                                             1318

Von Georg von der Grün, Studienrat, Vaterstetten.

 



Eine Örtlichkeit, die durch Ausroden von Wald für die Ansiedlung von Menschen gewonnen worden ist, heißt im allgemeinen Reut oder Gereuth (von roden, reuten). Die Namen zahlreicher Orte führen „reuth“ als Endsilbe und verkünden damit die Art ihrer Entstehung. Im Vogtlande, dem heutigen nordöstlichen Oberfranken und seinem sächsischen Nachbargebiet, das die Urheimat unseres Geschlechtes ist, wurden solche ausgerodete, mit Gras bewachsene und inmitten des dunklen ursprünglichen Waldes gelegene Flächen mit dem Worte "die Grune" bezeichnet, aus dem später "die Grüne" und zuletzt die „Grün " entstand. "Die Grün" ist also die Bezeichnung einer Örtlichkeit, wie die Linde, die Tanne, die Mühle, die Schmiede u. Ähnliche. Doch ist das Wort nicht mehr im Sprachschatze der heutigen Schriftsprache, es ist außer Gebrauch gekommen. Nur in den vielen Ortsnamen auf Grün im Vogt lande ist das Wort erhalten geblieben. Ein Blick auf die Karte lehrt, daß das Vogtland das Hauptverbreitungsgebiet der Ortsnamen mit Grün ist. Fast durchwegs ist der Endsilbe grün der Name des ersten Ansiedlers vorangestellt, wie Leupoldsgrün (die Grün des Leupold), Lippertsgrün (die. Grün des Liphart), Rodesgrün (=die Grün des Rodan).

 

Jene Grün, die unserem Geschlechte den Namen gab, ist das heutige Dörfchen Hadermannsgrün bei dem Pfarrdorfe Berg in der Gegend von Hof in Oberfranken. Ihren jetzigen Namen trägt sie erst seit etwa 1500, vorher hieß sie schlechtweg "die Grüne unter dem Berg", das heißt unterhalb des Dorfes Berg.

 

Von den Ortsbezeichnungen Linde, Tanne, Mühle, Schmiede u.s.w. bildeten sich .Familiennamen, in dem sie mit dem Vornamen eines dort ansässigen Ansiedlers durch die Wörtchen „von der“ verbunden wurden. So nannte man einen Hans, der an einer Linde wohnte, den Hans von der Lind; ein bekanntes Adelsgeschlecht, dessen Burg im Spessart bei einer großen Tanne stand, heißt von der Tann. Ebenso entstanden von der Mühlen, von der Schmitt und die vielen anderen Namen mit „von der". Das e am Ende hat sich im Sprachgebrauch der Jahrhunderte abgeschliffen.

 

So entstand auch unser Familienname. Ein Angehöriger des seit 1282 im Vogtlande beurkundeten Edelgeschlechtes der Sack, mit dem Schrägbalken im Wappenschilde, der den Namen. Conrad trug, legte sich nach der Ortschaft "Grüne", wo er sich ansässig gemacht hatte, einen selbständigen Namen bei und begegnet uns 1518 in den Urkunden als Stammvater:

Cunrad von der Grune (340)

 

Aus der Erkenntnis von der Entstehung und Bedeutung unseres Namens ergibt sich folgendes: Die Schreibung Vondergrün die man uns einmal auf zwingen wollte, ist ein sprachlicher und geschichtlicher Unsinn.

 

 

 

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