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Familiennachrichten vom Dezember 1921
von Georg von der Grün

als pdf Download: Dezember_1921

N a c h r i c h t e n  der F a m i l i e

v o n  d e r  G r ü n

No. 4                                                                                                                                    1. Dezember 1921

 

E h r e n t a f e l .

 

Im heißen Kampf um Deutschlands Ehr´ und Größe starben aus unserem Geschlechte :

 

1.    Matthias von der Grün

 

geboren am 22. Juli 1886 zu Nürnberg als Sohn des Lagermeisters Christoph von der Grün (Stamm Lindenhardt) und dessen Ehefrau Anna, geb. Vogt. In den Siemens-Schuckertwerken erlernte er das Mechanikerhandwerk und stand in diesem Betriebe als Hilfsrevisor in Arbeit, als er am 2. Mobilmachungstage als Reservist zu den Fahnen gerufen wurde. Da er 1908 - 1910 seine aktive Militärdienstzeit im 14. Inf.Regt. bei der Maschinengewehrkompagnie abgeleistet hatte, wurde er der Maschinengewehrkompagnie der 9. Ersatzbrigade zugeteilt und zog mit dieser am 28. August an die damals heiß umkämpfte Vogesenfront. Doch sollte er gar nicht in den eigentlichen Kampf kommen. Als die Abteilung mit der Bahn am 1. September bei St. Dié angekommen war und eben die Maschinengewehre auslud, traf ihn eine feindliche Granate und tötete ihn augenblicklich. Eine von ihm vielleicht erst wenige Stunden vor seinem Tode geschriebene Ansichtskarte erreichte als einzige Nachricht aus dem Felde seine Angehörigen erst, als ihn schon die Feindeserde deckte. Außer seinen Eltern und 7 Geschwistern hinterließ Matthias von der Grün eine Witwe Babette und ein damals 5jähriges Söhnchen Ernst. Vier Monate nach des Vaters Tode wurde sein Töchterchen Gretchen geboren.

 

2.    Heinrich von der Grün.

 

Am 13. September 1889 zu Röthenbach bei Lauf als Sohn des Eisenbahnwerkführers Paul von der Grün (Stamm Schwürz) und seiner Gattin Margarete, geb. Löhner, geboren. Er war gelernter Hafner und als solcher in Augsburg, Höchst am Main und Ulm beschäftigt. Mit 20 Jahren trat er in den unteren Eisenbahndienst ein; 1910 - 1912 genügte er seiner Militärpflicht als Matrose in Wilhelmshaven und Sonderburg. Nach seiner Entlassung war er Bahngehilfe in Lauf, bis er als Matrose der Reserve am 2. August 1914 zum Kriegsdienste einberufen wurde. Als solcher stand er bis zum Dezember 1915 bei einer Fliegerabwehrkompagnie in Flandern. Seitdem war er bei der Flandern-Ersatz-Abteilung der 2. Matrosendivision. Anfangs des Jahres 1916 mußte er sich einer Operation unterziehen, an deren Folgen er am 27.II.1916 im Reservelazarett Lockstedter Lager (Schleswig-Holstein) starb. Er liegt im Friedhofe zu Kellinghusen begraben. Sein Ableben betrauerten außer den Eltern und 8 Geschwistern seine Frau Helene mit ihren beiden Kindern Gunda und Anna.

 

3.    Georg von der Grün.

 

Ein Geschwisterkind des Heinrich, war ein Sohn der Waldaufseherseheleute Hans und Babette von der Grün in Röthenbach, wo er am 22. November 1895 das Licht der Welt erblickte und den Beruf eines Glasers erlernt hatte. Am 1. März 1915 wurde er zum Heeresdienste eingezogen und erlitt als Infanterist der ersten Kompagnie des 14. Infanterieregiments am 13. Juni 1916 bei St. Mihiel einen schweren Oberschenkelschuß, dem er am übernächsten Tage im Feldlazarett erlag. Er ruht im Soldatenfriedhof bei Vigneulles. Um ihn trauerten seine Eltern und 4 Geschwister. Im Sommer 1917 führte mich mein Dienst als stellvertretender Lazarettinspektor in das gleiche Feldlazarett, wo mein Namensvetter sein junges Leben ausgehaucht hatte. Von seinem Grabe, an dem ich öfters weilte, ließ ich Photographien herstellen und sandte dieselben seinen Eltern.

 

4.    Johann von der Grün,

 

aus dem jüngeren  Thurndorfer Stamme, und 1893 zu Thurndorf geboren, war bis zu seiner Einberufung zum Bayreuther Chevauxleger-Regiment im Herbste 1913 Dienstknecht. Er fiel 1917 in Rumänien. Seine Mutter lebt in Oberbibrach.

 

5.    Josef von der Grün,

 

war geboren am 8. Januar 1891 zu Nandlstadt als Sohn der Bäckermeisterseheleute Johann von der Grün (älterer Thurndorfer Stamm) und Katharina, geb. Eberl. Er erlernte das väterliche Handwerk und rückte 1913 zum 4. Feldartillerieregiment nach Augsburg ein. Im Kriege wurde er dem 1. Reserve-Feld-Art.Regt. zugeteilt und erlitt am 13. April 1918 bei Paradies, wo er auch begraben liegt, durch einen Granatschuß den Heldentod. Drei Geschwister betrauerten den Bruder, eine Braut den Verlobten.

 

+  + +

Dem Leben, Kämpfen und Sterben unserer fürs Vaterland gefallenen Geschlechtsangehörigen wird auch in der Familiengeschichte ein Ehrenplatz eingeräumt werden. Ich bitte, mir alle Photographien, Briefe und Karten aus dem Felde und andere Unterlagen für eine Lebensgeschichte leihweise zu übersenden ! Bei der Nachweisestelle für Kriegergräber habe ich Nachforschungen über den Zustand der Grabstätten eingeleitet und werde nach Möglichkeit photographische Aufnahmen derselben beschaffen.

Alle glücklich Heimgekehrten aber mögen ihre Briefe, Bilder, Karten und Tagebücher aus dem Kriege sammeln und durch gute Aufbewahrung vor Verlust  und Verschleuderung sichern. Am schönsten wäre es, wenn jeder Kriegsteilnehmer seine Erlebnisse im Zusammenhang und wahrheitsgetreu niederschreiben würde. Das gäbe für Kinder und Enkel eine wertvolle Erinnerung.

 

Werden und Vergehen.

 

Geboren:              7.3.20    Theresia, Tochter des Schreinermeisters Adolf von der Grün in

 Kirchenthumbach.-

25.8.20    Theresia, Tochter des Bäckermeisters Johann von der Grün in Nandlstadt.-

                .3.3.21   Rosina, Katharina, Kunigunde, Tochter des Bezirksamtsobersekretärs Franz

 von der Grün in Ansbach.-                                                                                                                                               

 

 

Wenn irgendwo in unserer Familie der Klapperstorch oder Gevatter Tod  eingekehrt ist, oder wenn zwei den Bund fürs Leben geschlossen haben, so laßt es mich wissen !

 

Mitteilungen :

 

Familienstiftung .

 Es sind bisher folgende Beiträge gezeichnet worden:

Grundstein: 100 M, Katharina von der Grün in Freiburg 50 M, Max von der Grün in Steinpleis 20 M, Johann von der Grün in Preußling 100 M, Johann von der Grün in Stadtamhof 50 M Johann von der Grün in Nandlstadt 100 M, Johann von der Grün in Passau 100 M, Ludwig von der Grün in Weiden 150 M, Sibylla von der Grün in Trossenreuth 100 M, Johann von der Grün (Geschlechtsältester) 100 M, Franz von der Grün in Ansbach 100 M, Josef von der Grün in Hofhegnenberg 100 M, zus. 1070 M.

 

Hiervon sind 420 M einbezahlt und verzinslich angelegt.

 

Bildnissammlung.

 Für unser Familienarchiv sammle ich alle Photographien von Familienmitgliedern und Blutsverwandten, sowohl von Lebenden , als besonders auch von Verstorbenen und bitte um Übersendung von Bildern. Jede Art und jede Größe ist willkommen ! Auf der Rückseite bitte ich den Namen der dargestellten  Person und den Zeitpunkt der Aufnahme (so genau wie möglich) anzugeben. Wer etwa von einem sehr alten verblaßten Bilde eines verstorbenen Angehörigen gerne neue Bilder herstellen lassen möchte, wolle sich an mich wenden; ich kann dies gut und billig besorgen lassen.

Seite 2 der No. 4 vom 1.Dezember 1921

 

 

Familiengeschichtliche Geschenke:

1.)  Unser Wappen in drei verschiedenen Stilarten und Ausführungen, gerahmt und ungerahmt, zum Preise von 25 - 40 M;

2.)  die Reproduktion des Kupferstiches „Sabina Barbara von Rabenstein, geborene von der Grün“ um 1670 von  dem berühmten Nürnberger Kupferstecher J. Sandrart gestochen. Neue  Auflage. Größe 24 : 35 cm. Preis 35 M. 

3.)  Photographische Nachbildung eines Tournierbildes „Herzog Johann von Sachsen und Wilhelm von der Grün - Stammtafel I, Nr. 46 - als Gegner im Tournier zu Kulmbach 1506.“ Größe etwa 25 : 60 cm. Preis 40 M.

 

Etwaige Weihnachtsbestellungen müßten baldigst erfolgen. Nähere Auskunft gerne.

 

 

Herausgeber : Georg von der Grün, München, Clemensstr. 32,

                       Postscheckkonto München 22862.

 

Seite 3 der No. 4 vom 1.Dezember 1921