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Familiennachrichten vom April 1921
von Georg von der Grün

als pdf Download: April_1921

Hier finden Sie die erste von Georg von der Grün erstellte Stammtafel von 1921.

Nachrichten der Familie von der Grün.

 

 

No. 2   (Beilage Stammtafel I)                                                                                  20. April 1921

 

 

Bemerkungen zu Stammtafel I.

 

Die beiliegende Stammtafel veranschaulicht  die frühesten Anfänge unserer Familie, die Abzweigung der Geschlechter Reitzenstein und Wildenstein und die weitere Entwicklung der von der Grün bis zum Erlöschen der in adeligen Verhältnissen lebenden Zweige. Alle Personen sind fortlaufend numeriert; unter dem Namen ist die wichtigste Besitzung oder der Aufenthaltsort u.s.w. und die Zeit des urkundlichen Vorkommens angegeben. Die Stammtafel, aufgestellt auf Grund der verdienstvollen Arbeiten des = Frhr. v. R e i t z e n - s t e i n  und eigener Forschungen, will noch nicht abgeschlossen sein. Sie wird durch weitere Forschungsergebnisse ergänzt und wohl auch berichtigt werden. Über die auf ihr verzeichneten Personen besitze ich bereits so viel Material, daß dessen Darstellung allein schon ein ganz stattliches Buch geben würde. Um jetzt schon das Allerwichtigste daraus den Familiengenossen mitzuteilen und dadurch die trockene Stammtafel lebendig zu machen, werden die „Nachrichten“ fortlaufend kurze Abhandlungen darüber bringen. Den Anfang hierzu macht die nachstehende Darstellung.

 

Die Anfänge der Familie von der Grün.

 

Je weiter die geschichtliche Forschung in die Vergangenheit vordringt, desto spärlicher fließen die urkundlichen Quellen. Es darf uns daher nicht wundern, daß der Erste unseres Namens nur ein einziges Mal urkundlich genannt wird. Unter den Zeugen, welche am 21. Juli 1296 (einige Forscher, auch Herm. v. Reitzenstein, lesen in der lateinisch geschriebenen Jahreszahl MCCXCVI statt des 3. C (= 100) ein L (=50), so daß es dann 1246 heißt) die Schenkung von Gütern und Zehnten seitens der Vögte Gebrüder Heinrich von Weida an die Kirche zu Gefell besiegeln, findet sich neben EBERHARDUS DE MONTE (Eberhard von Berg) CUNRADUS DE SPARNBERG (Konrad von Sparnberg) auch JOHANNES DE GRUN (Johann von der Grün). Weitere Nachrichten über ihn, besonders über Besitz, Abstammung und Nachkommen fehlen. Es ist jedoch möglich, die Lage seines Stammsitzes durch Schlußfolgerung aus einigen Umständen mit ziemlicher Sicherheit festzustellen. Die drei genannten Zeugen waren nämlich blutsverwandt. Wenn auch ihre Namen verschieden sind (weil sie dieselben dem damaligen Gebrauche entsprechend  einfach nach neuerworbenen Besitzungen angenommen hatten), so ist doch die Gleichheit ihres Wappens ein untrüglicher Beweis hierfür. Da nun Berg und Sparnberg ganz nahe beisammen liegen, wird der Sitz des dritten Zeugen, des Joh. von der Grün, auch nicht viel weiter zu suchen sein. Es wird mit größter Wahrscheinlichkeit das Dorf Hadermannsgrün, das ursprünglich nur „die Grune“ genannt wurde, als solcher in Betracht kommen.

Da sonstige Nachrichten über Johann von der Grün nicht vorliegen, kann nicht entschieden werden, ob der nächste von der Grün, der 1318 genannte Konrad (2), wie in der Stammtafel als möglich angenommen, dessen Sohn ist. Auch über ihn ist nichts weiter bekannt, als daß er im genannten Jahre unter anderem neben den Rittern Förtsch von Thurau und Arnold u. Gutend v. Seckendorf eine Urkunde besiegelt, laut welcher Heinrich der Jüngere, Vogt von Weida, von dem Burggrafen Friedrich IV. von Nürnberg die Stadt Hof und anstoßendes Gebiet zu Lehen erhält. Er wird dort „Herr Cuonrat von der Gruene“ genannt. Sein Hauptsitz dürfte in Schwarzenbach am Wald zu suchen sein; auch Selbitz und Rodesgrün muß er bereits besessen haben, da die Nachkommen seiner Söhne gleichmäßig daran beteiligt sind.

Konrads Söhne heißen Nikolaus, Konrad und Wolfrum. Nikolaus (3) erhielt 1318 von dem Bischof Wulring von Bamberg die im Frankenwald  gelegene Veste Wildenstein mit den Dörfern Ritzenreut, Braunersreut, Grafengehaig und Dietmarsreut zu Lehen. Daneben besaß er Bernstein a. W., einen Teil von Schwarzenbach, Naila und die Hälfte von Selbitz mit Gütern zu Rodesgrün und Weitesgrün. Von Konrad von Waldenrode erwarb er das Dorf Pennzzenreut. Sein Besitz war also ein sehr ausgedehnter. Er war auch bischöflich bambergischer Richter in Kupferberg und bei seiner Veste betrieb er schon damals einen Eisenhammer. Im Jahre 1348 erscheint er zum letztenmale in Urkunden und scheint bald nachher gestorben zu sein. Sein Sohn Nikolaus (6) nennt sich nach der neuen Besitzung nicht mehr von der Grün, sondern „Wildenstein“; er ist der Stammvater des Geschlechts v. Wildenstein.

Konrad (4) erwarb sich die Veste Reitzenstein. 1525 nennt er sich in einer Urkunde „CHUNRAT VON DER GRUN, den man nennet den Reichzenstein.“ Fünf Jahre später, 1330, bezeichnet er sich unter Weglassung des Stammnamens als der „Reychzensteiner“. An der Urkunde von 1325 hängt sein Siegel; es ist das älteste bekannte Siegel der von der Grün und ihrer Sippengenossen.

Wolfram (5) erscheint nur ein einziges Mal, 1325, in einer Urkunde, als er nebst Nikolaus (3) für Konrad, ihren dritten Bruder, bürgt, daß dieser sich mit seiner neu erbauten befestigten Behausung zu Posseck dem Vogt von Weida im Kriegsfall zur Verfügung stellen wird. Wie von Friedrich (7), so geht auch von ihm ein Hauptstamm der v. d. Grün aus.

 

Werden und Vergehen.

 

Vermählt:         29.I.1920  :           Hans von der Grün, Maschinenschlosser in Rehau, geb.

7.XII. 1896 mit Rosa Soergel aus Hof.

26.IV.1920:          Marie von der Grün, Tochter des Gendarmeriewachtmeisters

a. D. Johann von der Grün in Passau mit Werkmeister Josef

Wagner in Obernzell.

 Geboren  :        26.II.1920  :          Elise Lotte, 1. Kind des Partieführers in der Eisenbahn-

zentralwerkstätte Nürnberg, Fritz von der Grün, wohnhaft in

Ottensoos.

                1.V. 1920 :            Wilhelm, 4. Sohn des Schneidermeisters Karl von der Grün

in Röthenbach bei Lauf.                                                                                                                                            

 

(Um Einsendung solcher Anzeigen wird gebeten!)

 

Mitteilungen :

 

Die Ausgabe dieser Nummer verzögerte sich infolge meiner schweren, schon über ½ Jahr dauernden Erkrankung (Kniegelenkentzündung). Auch der Inhalt wurde ein anderer als in No. 1 geplant war. Ich bin überzeugt, daß die heute beiliegende Stammtafel allen willkommen ist. Sämtliche Nummern der „Nachrichten“ in einem eigenen Umschlag sammeln ! –

 Röthenbach, Oberbibrach, Lauf und Nandlstadt haben die Lebensbeschreibungen ihrer Gefallenen (oder die Unterlagen dazu) noch nicht eingesandt. –

 Die beiliegende Zahlkarte wird zur recht „kräftigen“ Benützung dringend empfohlen, besonders jenen, die bisher zur Familiengeschichtskasse noch gar keinen Beitrag gezahlt haben. Je mehr Geld zusammenkommt, desto Größeres kann geleistet werden. -

Eine moderne künstlerische Stilisierung unseres Wappens (siehe Nachrichten No. 1) in der Größe 18 : 27 cm kann jetzt geliefert werden und kostet als Wandbild gerahmt, fertig zum Aufhängen nur 32.- M. Der Reinertrag aller Verkäufe fließt in die Familiengeschichtskasse. Auf die in No. 1 angebotenen Wappen und den Kupferstich wird nochmals hingewiesen.

 

 

Herausgeber  : Georg v. d. Grün, München, Clemensstr. 32, Postscheckkonto No. 22862.

 

 

 

Seite 2 der No. 2 vom 20. April 1921